Roadtrip 2011: Wallis - Der Brasilianer

Wie versprochen werde ich hier nach und nach die Tourenberichte von unserem "Roadtrip" veröffentlichen. Dies ist nun der Fünfzehnte von unserer Tour zum Col de Cou im Wallis am Samstag. Alle Artikel sind unter dem Tag Roadtrip 2011 verfügbar.

Der Samstag war der Tag unserer Abreise aus dem Wallis. Wir wollten am Sonntag zuhause sein und uns noch etwas "resozialiseren", bevor es dann ja wieder zurück ins Büro ging. Da das Wetter am Samstag aber noch gut war, hatten wir uns mit Rotscher verabredet um noch einen Klassiker im Wallis zu fahren. So haben wir am morgen früh unsere Sachen gepackt und sind mit dem Camper von Sion nach Sierre gefahren und haben dort etwas ausserhalb auf einem Parkplatz Rotscher angetroffen. Dann gings mit den Bikes zum Bahnhof von Sierre, wo wir das Postauto nach Vissoie/Grimentz nehmen wollten. Wollten, weil das Postauto schon völlig überfüllt war. Der Biketräger am Heck war schon voll und Bikes wurden auch unten eingeladen und die Wanderer und Biker im Postauto mussten teilweise auch stehen. Platz für uns (und auch andere Fussgänger) hatte es leider keinen und ein Ersatzfahrzeug gab es auch nicht. Die Alternative war nun eine andere Tour fahren oder ca 1:30 Stunden warten und schlussendlich haben wir uns etwas genervt für die zweite Variante entschieden. Beim nächsten Postauto waren wir zwar nur vier Biker, das Postauto war dafür aber wieder genau so überfüllt. An einem Samstag, bei dem Wetter und einer Linie die nicht mal stündlich fährt eigentlich auch nicht so überraschend.
Die Fahrt ins Val d Anniviers war dann Landschaftlich aber recht schön und wir waren froh, die vielen Kilo- und Höhenmeter mit dem Postauto machen zu können. In Grimentz gings dann noch mit der Gondel hoch zur Bergstation Bondolla, wo unsere Beine dann wieder gefragt waren. Aber immerhin haben wir uns so gut 1600 Höhenmeter gespart.


Anfangs führte uns ein Schotterweg mit einer angenehmen Steigung immer höher und unserem Ziel entgegen. Ich spürte nun aber doch noch meine Beine von den grossen Touren der letzten beiden Tage. Später wurde es dann etwas steiler und da musste ich zweitweise kapitulieren und schieben. Mit frischen Beinen kann man anfangs aber alles fahren, wie Rotscher bewiesen hat :)



Etwas später gings dann einen Singletrail hoch zur Bergstation vom Skilift und davon war auch nicht sonderlich viel fahrbar, aber der letzte Teil zum Col de Louchet war dann das anstrengendste. Anfangs mehr oder weniger eben durch eine Geröllhalde, über die wohl nur Hans Rey hätte fahren können und zum Schluss noch einen kurzen aber knackigen Anstieg.



Dafür war die Aussicht von oben nicht schlecht und wir konnten uns wieder etwas ausruhen. der Col de Lochet war mit ca 2900 Müm auch der höchste Punkt unserer Tour, was ja bekanntlich aber nicht bedeutet, dass es dann nicht nochmals hoch gehen kann.


Auf der anderen Seite gings dann aber erstmal ähnlich runter wie es vorher bergauf gegangen ist. Steil und durch eine grosse Geröllhalde mit richtig rutschigem Untergrund.


Kurz darauf wurde der Trail aber immer besser und wir wähnten uns schon im Flow-Himmel denn man konnte so richtig Gas geben und eine kleine Bachdurchquerung sorge für eine schöne Abwechslung.


Leider folgte dann aber doch noch ein letzter, aber gemeiner Gegenanstieg. Meine Beine waren schon recht leergesaugt und dann musste es also nochmals hochgehen. Nicht wirklich steil, aber auf einem Singletrail, welcher einem immer wieder grössere Steine ein kurze aber heftige Anstieg in den Weg legte. Mit so leeren Beinen und noch dem Flow von vorhin im Gedächtnis, wurde dieser Anstieg nochmals zur Qual aber alles hat sein Ende. Und dieses Ende nannte sich diesmal Col de Cou und der ist vor allem als Anfang vom Brasilianer bekannt. Oben angekommen machten wir noch eine letzte Verschnauf- und Fotopause und hängen unsere Bikes vor der Abfahrt nochmals etwas an die frische Luft.



Dann gings endlich runter: Vom Col de Cou auf 2500 Müm bis runter ins Wallis auf 500Müm, also 200 Höhenmeter am Stück. Das hat aber auch zur Folge, dass es von dieser Abfahrt keine Fotos gibt, denn Pausen haben wir nur gemacht und die Arme wieder zu lockern und die Scheiben etwas abzukühlen. Der Trail bietet auch recht viel, ist oben steinig, dann kommt man in den Wald mit den vielen Wurzeln und am Schluss fährt man noch eine kleine Sandpiste runter, wo der Staub richtig aufgewirbelt wird und man immer genug Platz zum Vordermann lassen muss, damit man etwas sieht.
Nur leider ist der Trail schon recht ausgefahren und hat an vielen Orten schon richtig Bremswellen drin, was ja von vielen Bikern zeugt, was natürlich etwas schade ist. Aber der Brasilianer ist im Internet halt schon sehr bekannt und war auch schon in diversen Magazinen.
Unten im Tal angekommen mussten wir dann aber nochmals einige Kilometer der Rohne entlang bis nach Sierre fahren, wo wir unsere Autos hatten. Dort musse ich noch ein Foto von meine treuen Nomad schiessen, welches sich in den zwei Wochen wirklich gut geschlagen und mir viel Freude bereitet hat.


Kurz nach 19 Uhr sind wir dann in Sierre losgefahren und waren somit etwas nach 23 Uhr wieder zuhause in Neftenbach. Völlig erschöpft aber glücklich.
Schön wars und an dieser Stelle nochmals vielen Dank an Rotscher für das super Guiding. Auch wenn ich bergauf immer wieder geflucht habe: Es wars wert :)

Die Daten der Tour:
  • Distanz: 42.55Km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 11.4Km/h
  • Zeit: 03:44:00
  • Höchstgeschwindigkeit: 49 Km/h
  • Durchschnittlicher Puls: 124 bpm
  • Höhenmeter: 923 Hm
  • Höhenmeter Bergab: 2504 Hm
  • Hm pro Km: 21.69
  • Bike: Santa Cruz Nomad Carbon

Kommentare

rotscher 27.09.11 07:46
Gravatar von rotscher ... hängten unsere Bikes an die frische Luft. :) Ich lach mir jetzt noch einen Schranz in den Bauch.
Danke für den schönen Bericht!
Jack 28.09.11 08:47
Gravatar von Jack Die Aufnahme mit der Brücke ist echt ein geiles Foto geworden!
Alles in allem ein super Tour Bericht!

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