TestRide Lenzerheide: Bericht

Gestern habe iuch ja bereits kurz etwas darüber geschrieben und hier möchte ich noch etwas ausführlicher darauf eingehen. Dieses Wochenende fand in der Lenzerheide der TestRide statt. Dieser Event wurde von Ride organisiert und bot jedem Biker die Möglichkeit gratis Bikes zu testen. Die Lenzerheide ist natürlich auch ein idealer Ort um Bikes zu testen und der Gelände lag zudem gleich unterhalb der Rothornbahn.
Da die Wettervorhersage für das Wochenende noch gut war, packten Stee und ich die Gelegenheit beim Schopf, reservierten ein Doppelzimmer im Dieschen und packten unsere Bikes und die ganze Ausrüstung gestern ins Auto.

In diesen zwei Tagen habe ich insgesamt fünf Bikes im Enduro-Bereich getestet. Klar kann man nach einer Stunde (inkl. Bahnfahrt nach oben) keinen genauen Review schreiben, aber einige Worte möchte ich noch zu den Bikes verlieren. Was man natürlich auch beachten muss, dass das Fahrwerk natürlich nicht genau auf das Körpergewicht eingestellt wurde. Der Luftdruck wurde jeweils schon angepasst und der Sag wurde überprüft, aber um das Fahrwerk wirklich richtig einzustellen, benötigt man halt etwas mehr als 2 Minuten.

BMC Supertrail

Das BMC bin ich als erstes gefahren. Ausgerüstet ist es mit einer FOX 36 Talas an der Front und eine FOX RP 3 Dämpfer. Verbaut war eine SLX-Schaltung, welcher mich nicht so ganz überzeugen wollte. Die Talas finde ich allerdings die beste Gabel mit 160 mm die momentan auf der Markt verfügbar ist. Mit einer kleinen Umdrehung, kann man die Gabel von 160 auf 130 oder 100 mm absenken. Und die Arbeitet natürlich Tadellos. Der Rahmen war mir etwas gross, obwohl ich das Superstroke auch als L fahr und mir das super passt. Bergab hat allerdings das extreme schlagen der Kette genervt. Aber mit einer Kettenführung wäre das wohl noch etwas besser.


Santa Cruz Blur LT

Als nächstes gings an den Santa Cruz Stand, wo ich mir das Blur LT schnappen konnte. Hinten 140 mm, vorne allerdings mit einer Rock Shox Lyrik 2-Step mit 160 mm ausgerüstet. Die Absenkung der Gabel funktioniert ähnlich wie bei der Talas. Ein Rädchen drehen, etwas Gewicht auf die Gabel geben und sie senkt sich automatisch ab. Allerdings nur auf 115 mm. Hinten war ein DHX-Air verbaut, welcher super mit dem Hinterbau zusammenarbeitete. Bergab standen die 140 mm den 160 vom Supertrail in nichts nach. Bergab machte das Bike jede Menge Spass und es war sehr wendig, was wohl auch daran lag, dass der Rahmen ein M war. Bergauf kam ich mir darauf vor wie auf einem Kinderbike und bin mit dem Knie am Lenker angestanden.


Giant Reign

Weiter gings mit einem Giant Reign in L, während sich Stee gleich das Reign in M schnappte. Beide mit 150 mm Federweg. Vorne mit einer FOX Float, welche nicht absenkbar ist, während hinten wieder ein DHX-Air die Arbeit verrichtete. Hier war mir das L wieder etwas zu lang. Bergauf hat das zwar nicht wirklich gestört, aber bergab hätte es doch noch etwas kürzer sein dürften. Da habe ich mich auf dem M wohler gefühlt. Ein Nachteil an diesem Bike ist auch, dass man die Sattelstütze nicht ganz absenken kann. Wenn man gross ist und kurze Rahmen bevorzugt, kommt man so schnell an die grenzen.


Santa Cruz Nomad

Für dem Sonntag morgen konnte ich mir dann meinen Favorit sichern. Ein Santa Cruz Nomad in L. Optisch für mich ein Traum, auch wenn mir das Weiss nicht gefällt. Das Nomad hat 160 mm Federweg, vorne mit einer Lyrik 2-Step und hinten mit einem Fox DHX-Air. So habe ich das Nomad gleich mal auf das Rothorn gegondelt und bin damit runtergefahren. Anfangs habe ich mich noch etwas über die zu harte Gabel geärgert, aber nachdem ich die High-Speed Druckstufe etwas weicher eingestellt hatte war es ein Traum. Die 160 mm bügelten viel weg und die Grösse hat mit einem 50 mm Vorbau sehr gut gepasst. Ein Nomad in M konnte ich leider nicht fahren.
Das wäre in (sehr) ferner Zukunft wohl ein würdiger Nachfolger für mein Superstroke. Je nach Aufbau kann man damit ein gutes Enduro mit ca 14 Kg aufbauen. Also gut 2.5 Kg leichter als mein Superstroke.


Bionicon Supershuttle

Zum Schluss habe ich noch ein Bionicon Supershuttle in L mit 150 mm Federweg getestet. Bionicon ist ja vor allem für die extreme Flexibilität bekannt.So musste ich das Bike auch noch etwas bergauf fahren. Einfach den orangen Knopf drücken und das Gewicht nach vorne verlagern oder etwas bremsen. Nun senkt sich die Gabel vorne ab (ist ja nichts neues) und dazu erhöht sich das Heck. Dadurch kommt das Tretlager nicht so nahe an den Boden und man steht nicht so schnell mit der Kurbel an und natürlich kann man mit dieser Geometrie überall hochfahren, solange die Beine und die Reifen mitmachen. Ein steigendes Vorderrad gibt es kaum. Dafür habe ich ein starkes Wippen im Wiegetritt festgestellt, was wohl am Eingelenker-Hinterbau liegt. Bergab machte das Bike auch viel Spass, wobei ich mich dort etwas darüber ärgerte, dass die Bremse so eingestellt war, dass man mit zwei Fingern bremsen musste. Zwar ein kleines Detail, aber auf einem Trail mit vielen Bremswellen und Steinen etwas mühsam.


BMC Superstroke

Das Superstroke habe ich natürlich nicht getestet sondern von zuhause mitgenommen und damit bin ich auch einige male runtergefahren. Und da ich schon so im Review schreiben bin, hier auch ein kleiner Vergleich mit den gute 3 Jahre neueren Bikes. Hierzu muss ich natürlich sagen, dass das Bike inzwischen sehr gut auf meine Bedürfnisse angepasst ist. (Fahrwerk, Lenker, Vorbau usw.) von dem her wohl kein so fairer Vergleich.
Das Bike schlägt sich bergab sehr gut. Das Fahrwerk schluckt die meisten Schläge und obwohl es ein L ist, ist es immer noch sehr wenig. Wendiger als die meisten L die ich gefahren bin. Mit meinem Bike hatte ich wohl am meisten Spass, aber wie gesagt: Mit einem Nomad oder Reign oder, oder.. das auf meine Bedürfnisse angepasst wäre, hätte ich wohl noch etwas mehr Spass. Wegen dem geringeren Gewicht dann wohl auch bergauf.
Das einzige was mich heute wieder genervt hatte, war die Gabel. Trotz einigen groben Schlägen und harten Landungen habe ich die letzten 2 cm nicht ausgenutzt. Was bringt mir eine Gabel mit 150 mm, wenn ich nur 130 nutzen kann? Früher oder später muss da eine neue rein. Will mir jemand eine Talas schenken?



Alles in allem war das Wochenende aber genial. Wir konnten neue Bikes testen, viel fahren und hatten jede menge Spass. Die Trails waren meist leicht feucht und sehr griffig. Das Wetter hat auch mitgemacht und die wenigen Regenschauer habend das ganze noch etwas spannender gemacht.
Leider sind wir nicht ganz schadlos durchgekommen. Einen Platten hatten wir zwar nicht, aber bei Stees Bike hatte das Schaltwerk mal einen ungewollten Kontakt mit den Speichen. Das Fazit: geschrottetes Schaltwerg und ein verbogenes Schaltauge. Der Velomech im Dorf konnte das ganze wenigstens grob Reparieren.
Zudem haben wir dort Oliver und sein Kollege Jens getroffen die dort mit gemieteten Downhill Bikes unterwegs waren und für eine gemeinsame Abfahrt hat es sogar noch gereicht. Jetzt warte ich noch auf einige Bilder aus dem Geschicklichkeits-Parcours und die kommen dann auch noch hier rein.