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chameleon review
Ein weiterer wichtiger Punkt im Konzept des wartungsarmen Bikes ist natürlich der Rohloff Speedhub. Mit dem Speedhub hat man eine Nabenschaltung, welche 14 Gänge und eine Übersetzungsbandbreite von 526 % zur Verfügung stellt. Zum Vergleich: Eine übliche Kettenschaltung (22, 32, 44 & 11-32) hat eine Bandbreite von 580 % mit zwei Kettenblättern vorne (wie ich es am Fully fahre) sind es nur noch ca 475 %.
Der grosse Vorteil der Rohloff ist zweifelsohne, dass sie fast wartungsfrei funktioniert. Die Nabe braucht jedes Jahr einen Ölwechsel und das ist es auch schon. Von Ausfällen der Nabe liest man kaum etwas und das, obwohl viele Rohloff Naben an quer durch die Weltgeschichte unterwegs sind, an Downhillbikes verbaut werden und auch selten geschont werden. Dazu kommt, dass man bei einer Nabenschaltung vorne nur eine Kettenblatt und hinten nur ein Ritzel benötigt. Dadurch läuft die Kette immer gerade und nutzt dadurch ich selber, das Kettenblatt und Ritzel viel weniger ab.
An diesem Punkt kommt ein Teil vom Chameleon Rahmen ins Spiel, welches einen weiteren Vorteil bringt. Durch das Exzenter-Innenlager kann man die Kette spannen, ohne einen Kettenspanner am Rahmen montieren zu müssen. Das sieht zum einen sauberer aus und verhindert jegliches Kettenschlagen oder abspringen der Kette.
Und mit dem Schaltwerk fällt auch ein Teil weg, welches sonst gerne mal an einem Stein anschlägt, sich oder das Ausfallende verbiegt oder sich einfach mal in das Hinterrad wickelt. Alles in allem Clean und praktisch.
Da der Chameleon Rahmen trotz dem Exzenter nicht für eine Rohloff konzipiert wurde, mussten wir an einigen Orten etwas improvisieren. Prinzipiell lässt sich die Rohloff allerdings an jedes Bike montieren, welches hinten einen Schnellspanner hat. Bei Rahmen die nicht "Rohloff Ready" sind. Muss man eine externe Schaltbox montieren und eine Drehmomentabstützung mit einem Speedbone oder eine Drehmomentabstützung , welche am Rahmen montiert wird. Ich habe mich für den Speedbone entschieden, da sich der recht gut montieren liess und die Alternative einfach grässlich aussieht. Auf dem folgenden Bild sieht man die Teile recht gut.
Geschaltet wird mit dem Rohloff Drehgriff. Und nur mit einem Drehgriff. Wer einen Trigger für die Rohloff sucht, wird noch lange suchen, denn sowas gibt es (noch) nicht. Und obwohl ich kein Fan von Gripshift bin, finde ich den Drehgriff für die Rohloff ideal. Aber darauf komme ich später noch. Der Grund dafür ist weil es zwei Schaltzüge benötigt, welche die Gänge wechseln. Was mich persönlich noch etwas stört, ist der klobbige Gummigriff, welcher bei längeren Downhills gerne mal etwas drückt und die Zugabgänge nach vorne. So braucht man recht lange Züge, was etwas unschön aussieht.
Ich fahre momentan eine Übersetzung von 40 zu 15, was etwas grösser als die übliche Übersetzung ist. Das nächste Kettenblatt wird allerdings ein 38er, dann habe ich wieder denselben kleinen Gang wie mit 22 zu 32.
Speziell ist dazu noch, dass man an die Rohloff nur Bremsscheiben mit 4 Schrauben befestigen kann. Die typischen Scheiben haben allerdings 6 Schrauben. Dazu kommt, dass es keine Scheiben mit vier Schrauben mit einem Druchmesser von 185 mm gibt, so musste ich auf eine Magura-Scheibe mit 190 mm ausweichen. Das sieht zwar nicht perfekt aus, funktioniert aber tadellos.
Den grössten Vorteil der Rohloff, wie Wartungsarmut, habe ich ja schon beschrieben, nun gibt es da noch weitere Vorteile.
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Schaltvorgänge:
Mit der Rohloff kann man zum einen Schalten ohne zu Treten und zudem sind die Schaltvorgänge extrem schnell und präzise. Wenn man das klicken hört, sitzt der Gang und man kann wieder voll reintreten. Und hier kommt auch der Vorteil des Drehgriffs in Spiel. So kann man im Handumdrehen (wortwörtlich) gut 7 Gänge aufs mal Schalten. Man muss also nur einem nach fassen um vom grössten in den kleinsten Gang zu schalten. Ein grosser Vorteil, wenn man schnell um eine Kurve kommt und einen steilen Anstieg vor sich hat. Ratsch und schon ist ein kleiner Gang eingelegt.
- Verschleiss
Habe ich zwar auch schon erwähnt, aber den Punkt möchte ich hier auch auflisten. Durch die immer perfekte Kettenlinie werden Kette, Kettenblatt und Ritzel sehr wenig abgenutzt. Und wenn die Teile dann wirklich verschlissen sind, kann man das Ritzel einfach wenden und damit nochmals gleichlang weiterfahren wie bisher.
Auch wenn die Vorteile der Naben in meiner Meinung überwiegen hat sie natürlich auch einige Nachteile.
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Gewicht
Mit ca 500 g mehr als eine übliche Schaltung ist die Nabe einiges schwerer als eine Kettenschaltung. Dazu kommt noch, dass das ganze Gewicht am Hinterrad ist und bei Fullies noch einen negativen Effekt auf die Hinterradfederung hat. Ich muss allerdings zugeben, dass ich da keinen grossen Effekt spüre.
- Preis
Ein Schnäppchen ist sie nicht und in der Anschaffung recht kostenintensiv. Dafür spart man sich einiges im Unterhalt und als Vielfahrer kann man so langfristig wohl wieder etwas Geld sparen. Und so ein Wunderwerk der Technik ist in meiner Meinung auch etwas Geld wert.
- Geräusche
Die Rohloff ist nicht ganz so leise wie eine Kettenschaltung. Besonders in den Gängen 1-7 ist ein deutliches Mahlen zu hören, während in den Gängen 8-14 der Freilauf fröhlich vor sich hin rattert. Mit der zeit gewöhnt man sich allerdings an das Geräusch und wenn man weiss, dass das nicht schädlich ist, sondern so sein muss, finde ich das OK. Dafür hat man das Kettenschlagen beim Bergabfahren nicht.
- Übersetzungsbereich
Wie oben schon Erwähnt hat die Rohloff einen Übersetzungsbereich von 526% während eine übliche Kettenschaltung eine von 580 % hat. Mich stört das recht wenig, da ich nicht darauf angewiesen bin, bei 50 Km/h noch treten zu können. Mancher mag das allerdings also Nachteil zu empfinden.
Alles in allem finde ich die Rohloff ein geniales Stück Technik, das ich auf keinen Fall tauschen würde. Der grosse Test bezüglich Schlamm, Dreck und Schnee steht zwar noch an, aber ich bin schon jetzt begeistert von der Nabe.