Als wir am Samstag morgen aufstanden, war draussen alles Grau, dicker Nebel. Dabei war für heute doch schönes Wetter angesagt. Naja, egal, mal Frühstücken, umziehen, wieder kurze Hosen, Beinlinge und Windjacke und raus an die Kälte.
Für heute hatten wir keine genaue Route, sondern eher einen groben "Schlachtplan" zurecht gelegt. Dieser sah so aus: Bei der Tannenbodenalp ein Mittagessen kaufen, weiter zur Seebenalp und von dort auf den Maschgenkamm. Und runter kommt man ja immer wieder.
Das bedeute ja auch, dass es zuerst nach oben ging, wir fuhren am Anfang denselben weg wie Gestern, bogen dann aber vorher nach links ab. Bei der Kreuzung entledigten wir uns wieder den Beinlingen und der Jacke, denn die Sonne drückte schon durch.
Nun hiess es wieder etwas schieben und je weiter wir nach oben kamen, desto mehr zeigte sich die Sonne. Bei "Tschudiwiesen" (steht so auf der Karte) waren wir dann knapp oberhalb der Wolken und die Sonne schien auf uns herab. Unten im Tal die dickste Suppe. Es war also die richtige Entscheidung den Walensee am Freitag zu umrunden.
Und so fuhren und schoben wir immer weiter nach oben, bis wir die Tannenbodenalp erreichten. Dort gab es den geplanten Shopping-halt, frisches Brot ist halt schon besser als was altes. Darauf fuhren wir weiter, an der Talstation der Maschgenkamm Gondel vorbei und nahmen den Weg richtung Seebenalp. An einer Stelle hätte man dann eine schöne Aussicht auf den Walensee gehabt, betonung auf hätte, denn anstelle des Sees sahen wir "nur" das Nebelmeer. Aber das ist ja auch eine schöne Aussicht.
Etwas weiter oben mussten wir feststellen, dass der Weg zur Seebenalp gesperrt ist und so mussten wir eine alternative Suchen. Gleich an der Stelle begann eine schmaler Wanderweg nach Chrüz, also los. Das bedeutete allerdings, dass wir viel von diesem Weg schieben mussten, teile waren aber fahrbar. So kamen wir also nach Chrüz wo wir wieder eine schöne Aussicht auf das Nebelmehr hatten und auch das Ziel schon sehen konnten.
Von Chrüz konnten wir nun der breiten Kiesstrasse richtung Maschgenkamm folgen. Der Weg war zwar recht steil, aber immer gut fahrbar; zumindest am Anfang. Später wurde die Strasse etwas schmaler, aber viel steiler und auch der Schotter wurde viel loser. So war wieder schieben angesagt. Später kamen wir auf den schmalen Wanderweg, wo es ähnlich aussah, viel schieben und etwas fahren.
Zum Schluss mussten wir unsere Bikes noch die wenigen Meter auf den Maschgenkamm tragen und schieben. Die fahrbare Strasse hatten wir wohl irgendwo übersehen. Oben konnten wir die schöne Aussicht geniessen und machten dort auch gleich unsere Mittagspause.
Nach der Mittagspause machten wir noch unsre Planung für den runterweg und entschieden uns dafür zuerst den Wanderweg, den wir hochgekommen sind runter-, von dort zur Seebenalp, nach Oberterzen und so zurück zu fahren. Also los: Auf den ersten paar Metern mussten wir einige Teile schieben, dann war aber alles fahrbar. Wir machten noch eine kurze Fotopause, diesmal auch mit einem Foto von mir.
Nun gings weiter, mit einem kleinen Gegenanstieg und dann einer sehr steilen, aber technisch anspruchslosen Abfahrt zur Seebenalp.
Von der Seebenalp nahmen wir nun den Wanderweg runter nach Oberterzen und der hatte es wirlich in sich. Der ganze Weg lag im Schatten und dementsprechend war dort alle nass. Der Weg weg selber war sehr steinig und in kombination mit dem nass ist das natürlich eine gefährliche Angelegenheit. Da ist das Vorderrad sehr schnell mal weg. So sind wir es recht vorsichtig angegangen, der Weg war aber meistes fahrbar, wenn auch technisch recht anspruchsvoll. Bei ca 1300 MüM war dann fertig Sonne, wir waren wieder in der Suppe. Da man auf dem Trail sowieso nicht schnell fahren konnte, war die begrenze Sicht aber auch kein Problem, ausser beim Fotografieren, bzw beim Blitzen.
Je weiter wir nach unten kamen, desto besser war der Trail fahrbar. Teilweise schon wieder mit grossen Absätzen, aber zwischendurch konnte man die Bremsen auch wieder mal etwas lösen, wenn auch nur kurz.
Leider war dieser Trail auch mal zu Ende. Schade, denn das ist einer der schönsten Trails den ich je gefahren bin, aber auch einer der anspruchsvolleren. Der Trail spuckte uns auf jeden Fall etwas oberhalb von Oberterzen wieder auf eine Asphaltstrasse aus.
Nun gings nuch kurz runter nach Oberterzen und von dort nahen wir noch letzten Anstieg nach Bergheim in Angriff. Dooferweise war das dann genau der Wanderweg, welcher wir
gestern am Anfang runter sind. Und der Weg ist extrem steil. So war halt wieder mal schieben angesagt.
Und wir waren wirklich lange am schieben. Das waren ca 300 Höhenmeter auf 1.5 Km, das auf losem Schotter und viel Laub. Also wieder ein fieser Anstieg zum Schluss. Immerhin war es im Nebel nicht so heiss wie oben an der Sonne, so mussten wir nicht so schwitzen. Nach einiger Zeit, vielem Fluchen und einigen Pausen waren wir dann endlich oben.
Einige Höhenmeter waren nun noch zu bewältigen, dies allerdings auf einer Strasse und gute fahrbar. Zum Schluss gings noch etwas runter, durch den dicksten Nebel, fast ein Blindflug, aber zum glück nicht weit.
Ein kleines Fazit zum Schluss:
Auf den Maschgenkamm gäbe es wohl bessere Wege, aber der Weg runter war echt ein Knaller. Zuerst der schöne Wanderweg direkt unter dem Maschgenkamm und dann vor allem der lange Wanderweg von der Seebenalp nach Oberterzen. Den Weg würde ich am liebsten mal im Sommer, wenn es trocken ist fahren.
Zum Schluss noch Höhenprofil, Karte und die üblichen Daten.
Die Daten der Tour:
- Distanz: 23.52Km
- Durchschnittsgeschwindigkeit: 5.3Km/h
- Zeit: 04:25:28
- Höchstgeschwindigkeit: 45.8 Km/h
- Durchschnittlicher Puls: 125 bpm
- Höhenmeter: 1692.5 Hm
- Hm pro Km: 71.96
- Bike: BMC Superstroke 01
- Google-Earth Datei