Service an der Marzocchi All Mountain II

Nach über zwei Jahren, 12091 Km, 220728 Hm und unzähligen Schlägen ist es nun Zeit. Die Marzocchi All Mountain 2 vom Superstroke darf endlich mal in den Service. Dies Hauptsächlich, weil sie inzwischen vermutlich etwas Wasser im System hat und darum den Federweg nicht mehr ganz ausnutzt. Sonst funktioniert sie immer noch sehr gut. Die Gabel hat sich bisher ganz wacker geschlagen und abgesehen von von dem einmaligen Ölverlust hatte sie noch keinen Defekt. Für mich ist die Gabel fast perfekt und darum werde ich sie sicher noch einige Zeit fahren, aber ewig wird sie wohl auch nicht im Superstroke fahren.
Die wichtigsten Vorteile aus meiner Sicht:
  • gutes Ansprechverhalten
  • Dank ETA in 20 mm Stufen bis auf 30mm absenkbar
  • Robust
  • schön Schwarz
und die grössten Nachteile
  • Mit 2.46 Kg recht schwer
  • Keine Steckachse (Steifigkeit)
Meine Traumgabel ist immer noch eine FOX 36 Talas welche 1 cm mehr Federweg hat, Steifer und gut 200 Gramm leicher ist. Dafür ist sie aber recht teuer und nur in grau erhältlich. Aber ja, kommt Zeit, kommt Rad.

Kalter Heimweg und defekte Gabel

Heute morgen habe ich es ja bereits erwähnt. Ich bin mit dem Bike ins Geschäft gefahren.
Gestern Abend habe ich noch meine Kleider bereit gelegt, in der Hoffnung, dass es reicht. Als ich heute morgen bei -4 Grad losfuhr hatte ich als das folgende an:
Wie ich feststellen musste gab es zwei Problemzonen. Die Füssen (immer noch) und die Hände. Aber ich hatte auch nicht die dicksten Handschuhe an. Sonst hatte ich warm genug, nur von Oberwil bis nach Bassersdorf runter fror ich mir fast das Gesicht ab. Ich werde das nächste mal wohl den Facewarmer anziehen, dann sollte das kein Problem mehr darstellen.

Auf dem Heimweg war es wie immer schon dunkel und auch kalt. Diesmal hatte ich die wärmeren Handschuhe an und wagte deshalb noch einen Umweg. Zuerst fuhr ich wie gewöhnlich durch den Hardwald bis nach Bassersdorf und nahm dort den Weg nach Gerlisberg. Vor Gerlisberg musste ich kurz anhalten und ein Foto schiessen.
Im Hintergrund sieht man den Flughafen. Und vorne mein Bike mit dem hässlichen Schutzblech. Beat kennt den Ort ja bestens :)
http://images.t-error.ch/blog/532/bike_flughafen.jpg


Von Gerlisberg fuhr ich der Strasse entlang richtung Augwil, bog aber vorher in den Wald ab. Zuerst gings über breite und leicht eingeschneite Kieswege später kam ich auf einen schmalen und verschneiten Weg. Im dunkeln und mit Schnee ist das sehr spannend zu fahren. Im Sommer wohl eine Rennbahn, aber bei diesen Bedingungen recht tricky. In der nähe von Lufingen kam ich aus dem Wald und machte mich auf den Weg richtung Oberembrach. Inziwschen machten sich meine Zehen schon negativ bemerkbar. Die Gore Socken halten die Kälte auch nicht auf, es dauert nur etwas länger. Vor Oberembrach meldete meine Lampe noch, dass die Akkus bald fertig sind. Ja toll. Unbedingt im Dunkeln und bei dieser Kälte. Ich schaffte es mit dem Licht aber noch bis nach Oberembrach und konnte dort im romantischen Schein einer Strassenlaterne die Akkus wechseln. (Genau für solche Fälle habe ich immer Ersatz dabei).
von Oberembrach gings dann endlich wieder nach oben. Komisch, im Winter fahre ich lieber rauf :) Ich machte es mir einfach und folgte der Strasse richtung Pfungen. Auf der Höhe bog ich nach rechts ab und nahm die Strasse richtung Sunnenbüel, ich hatte vor dort beim Reservoir vorbei und weiter durch den Wald nach Wülflingen zu fahren.

Beim Aufstieg hörte ich dann aber ein komisches Säuseln, es klang nach einer Flüssigkeit die Ausläuft. Da ich meinen Camelbak nicht dabei hatte, musste es vom Bike kommen. Also schnell Anhalten, Dämpfer, Gabel und Bremsleitungen ansehen. Alles Ok. Komisch, vielleicht habe ich mich ja auch verhört. Ich fuhr weiter, hörte das Geräusch aber bald wieder und wieder und wieder. Beim genaueren Hinhören merkte ich, dass es von der Gabel kommen muss. Also nochmals anhalten und die Gabel mit der Lampe begutachten. Ja tatsächlich: Beim rechten Rohr lief das Öl raus. Da die Gabel abgesenkt war, habe ich schnell den Hebel gedreht um so etwas "Druck abzulassen". Das hat auch nicht viel gebracht, das Öl floss weiter raus. Sch*****.

Immerhin konnte ich mit der Gabel noch nach Hause fahren. Sie war zwar weich wie ein Glace an der Mittagssonne (im Sommer) aber ich konnte noch fahren. Und zum Glück lief das Öl auf der rechten Seite raus und nicht auf der Linken. Dort hätte es auf die Bremse getropft und das wäre noch schlechter gekommen. Ich nahm also den kürzesten Weg nach Hause. Alles der Strasse entlang bis nach Sunnenbüel, wo ich den Facewarmer montierte. Die Abfahrt nach Wülflingen war bei diesen Temperaturen und der weichen Gabel auch nicht so amüsant. Von Wülflingen schlussendlich noch der Strasse entlang bis nach Neftenbach und dann endlich an die Wärme.

Die heisse Dusche und das warme Essen waren dann eine echte Wohltat. Und die 12 WP-Punkte haben mich doch glatt auf Platz eins von unserem Team geschleudert. Mal sehen, wie lange das so bleibt. Vor allem, da ich jetzt kein einsatzfähiges Bike mehr habe :(

Noch ein Foto von der Gabel. Leider am falschen Ort scharf, aber man möge mir vergeben. Es war sehr kalt draussen :)
http://images.t-error.ch/blog/532/gabel.jpg


Die Daten der ganzen Tour:
  • Distanz: 45.87Km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 15.9Km/h
  • Zeit: 3:04:23
  • Höchstgeschwindigkeit: 55.4Km/h
  • Durchschnittlicher Puls: 140 bpm
  • Höhenmeter: 716 M
  • Google-Earth Datei

Superstroke testfahrt

Heute morgen konnte ich mit dem Superstroke mal eine Testfahrt machen. Nicht über Stock und Stein, das Bike will ja noch verkauft werden. Als wenn man drauf sitzt fällt zuerst mal die aufrechte Position auf. Vor allem, da ich mich an die Geometrie eine Racebikes gewöhnt bin. Die Position ist aber sehr bequem.
Die Gabel lässt sich mit einem Griff und einmaligem Einfedern absenken. Ich bin mir nicht sicher ab die Gabel auf 120 oder 140 mm abgesenkt wird. Marzocchi schreibt 120 und BMC 140. Es sah aber eher nach 120 aus.
Was mich am meisten interessierte, war die Steigfähigkeit. Das man mit dem Superstroke gut bergab fahren kann, ist mir klar. Beim Bergsteigen bin war ich mir da nicht so sicher. Die Gabel lässt sich, wie schon erwäht, absenken. Dadurch hat man eine bessere Geometrie und das Vorderrad kommt nicht so schnell in die Luft. Zudem taucht die Gabel im wiegetritt auch nicht so fest ein. Hinten ist das Bike mit dem VPS (Vitual Pivot System) ausgerüstet und das merkt man. Wenn man sitzt, spührt man hinten kein Wippen, also auch kein Kraftverlust. Anders sieht es aus, wenn man aufsteht. Hinten ist deutlich ein Wippen zu spühren und auch die Gabel taucht ein. Allerdings habe ich da auch nichts anderes erwartet und bei Bikes dieser Bauart ist dies wohl auch nicht ungewöhnlich. Bei meinem Wheeler kann man auch im Wiegetritt noch Vollgas geben, aber das ist halt ein ganz anderes Bike. Die Bremsen ziehen wie erwartet fürchterlich. Es sind vorne und hinten 185er Scheiben drauf und die passen auch zum Bike.
Zum Schalten wird die Sram X-7 Gruppe verwendet. Man schaltet nur noch mit den Daumen, sich wieder eine umgewöhnung, aber das soll super funktionieren.
Alles in allem ein schönes Bike, welches beim hinauffahren durch das hohe Gewicht und den riesen Federweg sicher nicht an mein Wheeler rankommt. Diese Schwächen macht es auf dem runterweg sicher wieder wett. Der kurze Radstand bietet eine hohe Wenigkeit und eine angenehme Sitzposition. Würde mir passen. Mal sehen obs dem Portemannaie auch passt :)

Zum vergleich konnte ich noch ein Fourstroke 02 fahren. Das erinnerte mich allerdings sehr an mein Wheeler. Eine flache Sitzposition und ähnlich viel Federweg, auch wenn die verbaute Technik auf heutigem Niveau und das Gewicht mit 11.3 Kg einiges leichter ist. Allerdings kostet dieses Bike auch gut 7000 Fr.


Hier noch einige Bilder zum Superstroke.


Für eine grössere Ansicht auf ein Bild klicken