Nomad: der Rahmen

Ich habe mir nun schon seit langer Zeit viele Bikes angeschaut, die allenfalls mal mein BMC Superstroke ersetzen könnten. Anfangs noch ganze ohne Kaufabsicht und je länger es ging, desto konkreter wurde es natürlich. So war ich auch 2009 und 2010 am Testride in der Lenzerheide und konnte mich so eigentlich recht gut quer durch die Enduro Bikes testen. Denn von die Vorgaben waren mir schon recht klar: Vorne und hinten 160 mm Federweg (+/-), leichter als das BMC und hart im nehmen. Am letzten Testride hat sich dann ein Favorit herauskristallisiert und gestern morgen konnte ich den Rahmen nun abholen: Ein Santa Cruz Nomad Carbon.
Ich habe mich für die Rahmengrösse M entschieden, was bei meinem Grösse von 1.81 eher klein ist. Aber ich bin mich vom Superstroke schon an einen kurzen Rahmen gewöhnt und ich mag das auch recht gerne. Das Chameleon, das ein L ist finde ich eher an der oberen Grenze für mich.

Dass Santa Cruz gute Rahmen baut ist ja schon seit längerem bekannt und ich bin mit meinem Chameleon auch noch immer sehr zufrieden und das Nomad mischt nun auch schon seit langer Zeit im Enduro-Bereich mit und hat sich doch bewährt. Im Frühling dieses Jahres wurde nun eine Carbon Variante vorgestellt, die leichter und steifer sein soll und dieses Bike hat mich am letzten Testride überzeugt. Extrem steif und für ein Enduro recht leicht.
Anfangs hatte ich etwas bedenken was Carbon anbelangt, aber nach vielen Artikeln die ich gelesen habe und auch nach Diskussionen mit dem Importeur vom Santa Cruz, denke ich, dass der Rahmen den Enduro Einsatz durchaus verträgt. Und schliesslich bin ich auch davon überzeugt, dass die Leute bei Santa Cruz wissen was sie tun.

Ich möchte an dieser Stelle nun einige Fotos und Infos zum Rahmen weitergeben, da wohl noch nicht so viele im Umlauf sind.
Als erstes muss ich sagen, dass ich, trotz meinen hohen Erwartungen, positiv überrascht wurde. Der Rahmen ist super verarbeitet und weisst viele Details aus. Ein wirklich gut durchdachter Rahmen. So wurden das Unterrohr und die Kettenstrebe mit einer Kevlarschicht abgeklebt, damit der Rahmen bei Stein- und Kettenschläge nicht beschädigt wird. Zudem gibt es bei der Kettenstrebe, vorne beim Tretlager ein Alluminium-Innlet, welches verhindert, dass bei einem Chainsuck der Rahmen beschädigt wird.


Das Nomad besitzt, wie mein Superstroke schon, einen VPP (Virtual Pivot Point) Hinterbau, wo durch er bergauf recht ruhig bleibt. Ein bewährtes System, welches über lange Zeit perfektioniert wurde. Auch hier gibt es wieder einige schöne Details. So ist die obere Wippe (wie es sich gehört) komplett aus Carbon und der untere Link hat zwei Schmiernippel mit welchen man die Lager sehr einfach Fetten kann. Da diese Lager halt stark dem Dreck ausgesetzt sind eine schöne Idee.


Vorne ziert ein massives 1.5 Zoll Steuerrohr den Rahmen, was die Steifigkeit nochmals etwas erhöht und wodurch man 1.5, Tapper und auch 1 1/8 Gabeln fahren kann. Das Nomad ist übrigens für Gabeln bis 180 mm freigegeben.
Um das Tretlager wurde eine ISCG05 Aufnahme verbaut, wodurch man Problemlos eine Kettenführung montieren kann. Beim BMC musste ich die unters Tretlager klemmen, das ist hier nicht mehr nötig. Zudem darf man beim Carbon Nomad auch einen Bashguard direkt an der ISCG Aufnahme befestigen, was bei der Alu Version zum Garantieverlust führte.
Hinten hat Santa Cruz eine normale IS-Aufnahme verbaut, wodurch ich nicht mal einen neuen Adapter anschaffen muss.


Auch beim Zubehör hat Santa Cruz weiter gedacht. So haben sie am Oberrohr Zuanschläge für eine Remote-Sattelstütze platziert, welche ich natürlich auch nutzen werde und alle Halterungen wurden für durchgehende Züge gemacht. Schön!
Mitgeliefert wurde wie beim Chameleon auch eine Sattelklemme mit Schnellspanner, die hier aber "verkehrt" mit der Öffnung nach vorne verbaut wird.
Das Schaltauge lässt sich selbstverständlich austauschen und zudem wurde auch gleich eine Fettspritze (mit Fett) mitgeliefert, mit welcher man die Lager am unteren Link fetten kann.


Ach ja: Wenn ich schon sage, dass der Rahmen leicht ist, kann ich ja auch etwas konkreter werden. Der Rahmen wiegt (ohne Dämpfer, Steuersatz aber inkl. Dämpferschrauben und Schaltauge) 2401 Gramm. Das ganze wie gesagt in der Grösse M und in Schwarz. (Der weisse soll etwas schwerer sein). Die Sattelklemme wiegt 47 Gramm.

Alles in allem ein wirklich schöner und durchdachter Rahmen (was man für den Preis auch erwarten kann). Das einzige was ich etwas Schade finde, ist dass es ihn nicht in Orange gibt, wie das Tallboy, aber ich denke es reicht, wenn ein oranges Plastik-Santa Cruz auf dem Irchel herumdüst ;)

PS: Alle Artikel zum Aufbau vom Nomad gibts unter dem Tag aufbau nomad, eine Liste mit allen Teilen und Gewichten gibts hier und morgen gibts wieder etwas neues.

Carbon statt Kondition!

Winterzeit ist Bastelzeit und da mein BMC inzwischen etwas in die Jahre gekommen (und mit fast 16Kg) auch kein Leichtgewicht) ist, musste mal etwas neues her. So zu sagen mein eigenes Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk.
Weitere Details zum Rahmen und Aufbau folgen natürlich wieder hier im Blog, jetzt muss ich aber erst mal mein Chameleon durch den Schnee hetzen.

Chameleon Review: Der Rahmen

Alle Teile des Reviews findest du unter dem Tag chameleon review

Das Herzstück des Bikes ist ja bekanntlich der Rahmen. Der Chameleon Rahmen ist ein eher ungewöhnlicher Rahmen, den er ist recht robust gebaut für Federgabeln bis zu 160 mm freigegeben und hat ein Exzenter-Tretlager. Angeliefert wurde der Rahmen in Rot, da ich noch etwas Exklusivität wollte, wurde danach mit einem schönen Reinorange gepulvert.

Die Beschriftung vom Rahmen war anfangs in einem eher unschönen grau gehalten, glücklicherweise waren die Kleber, die danach geliefert wurden in schwarz und das ist die Farbe die definitiv am besten passt.

Mit dabei war auch eine schöne Sattelklemme mit dem Santa Cruz Logo. Die bleibt wohl solange, bis die Thomson Sattelklemmen verfügbar sind.

Ich habe den Rahmen in der Grösse L bestellt, da ich damit hauptsächlich Touren fahren möchte. Im Vergleich zum Superstroke ist mir aufgefallen, dass der Radstand fast gleich, das Oberrohr allerdings etwas länger ist. Dadurch ist das Bike nicht ganz so wendig, allerdings klettert es so ganz gut.

Zu erwähnen ist hier vielleicht noch, dass beim Chameleon keine durchgehende Zugverlegung vorgesehen ist. Wir haben die Zuganschläge am Oberrohr allerdings aufgebohrt, da durchgehende Züge zum für ein wartungsarmes Bike Pflicht sind.


Eine Echse

Kaum ist der alte Flitzer aus dem Haus, steht schon Nachschub bereit. Ein Bike ist halt mindestens eins zu wenig.
Da das ganze aber eine recht individuelle Sache wird, gabs nun erstmal ein Teil, der Rest wird aber auch noch folgen :)