Bike-Putztag / Updates am Chameleon

Nach der gestrigen grösseren Tour wollte ich meine Bikes mal wieder ganz zurecht machen. Das Nomad hat dringend eine Reinigung nötigt und beim Chameleon musste ich selber noch etwas schrauben.
Das Chameleon war letzthin zwar beim Velomech und hat dort den neuen Rohloff-Drehgriff mit rechtwinkligen Zugabgängen und auch gleich neue Züge gekriegt. Auch das Rohloff-Öl, die Kette und das Ritzel wurde gewechselt. Ich habe nun noch eine neues Kettenblatt, neue Kettenblattschrauben montiert und die Bremsbeläge hinten gewechselt, so dass das Bike nun wieder gut in Schuss ist. Ich bin schon auf die erste Ausfahrt mit dem neuen Griff gespannt.



Das Nomad wurde wie gesagt wieder richtig geputzt und so ist auch das lästige knacken am Hinterbau verschwunden, welches sich auf der gestrigen Tour eingestellt hatte. Nun sollte eigentlich nur noch das Wetter mitspielen.

neuer Antrieb fürs Chameleon

Gestern Abend war ein Jahresservice am Chameleon angesagt. Leider bin ich nicht ganz fertig geworden und so muss ich nun noch einen Ölwechsel an der Rohloff machen und auch die Sattelstütze hat noch etwas Pflege verdient.
Auf jeden Fall hat das Chameleon nun ein neues Kettenblatt (E 13 Ring Guide) und eine neue Kette (wieder eine Rohloff SLT-99). Das Kettenblatt hat mit 38 Zähnen zwei weniger als das alte Truvativ und so sollte ich noch etwas besser die Berge hochkommen. Zudem ist es etwas dünner und mit 50 Gramm auch recht leicht. Die goldenen Unterlagsscheiben sind nur eine Übergangslösung, die Schrauben sind momentan noch etwas zu kurz für das Kettenblatt. Bei der Kette habe ich wieder auf bewährtes gesetzt, die Rohloff Kette bin ich schon vorhin gefahren. Das Ritzel hinten ist ja ein Wenderitzel und musste so nur gewendet und nicht ersetzt werden.

Video: Herstellung eines Rohloff Speedhub

Thomas vom IBC MTB-News Forum war mit seiner Kamera wieder mal auf Hausbesuch und diesmal bei Rohloff. Herausgekommen sind einige Fotos und ein gut 20 minütiger Film, in dem die Herstellung einer Speedhub Nabe gezeigt wird.
Meine Meinung über den Speedhub habe ich ja bereits niedergeschrieben und dementsprechend interessant fand ich den Video auch. Erstaunlich auch, wie offen das ganze präsentiert wird, keine Geheimniskrämerei wie in anderen Betrieben.

Der Originalbeitrag auf MTB-News gibt es hier



Chameleon Review: Rohloff Speedhub

Alle Teile des Reviews findest du unter dem Tag chameleon review

Ein weiterer wichtiger Punkt im Konzept des wartungsarmen Bikes ist natürlich der Rohloff Speedhub. Mit dem Speedhub hat man eine Nabenschaltung, welche 14 Gänge und eine Übersetzungsbandbreite von 526 % zur Verfügung stellt. Zum Vergleich: Eine übliche Kettenschaltung (22, 32, 44 & 11-32) hat eine Bandbreite von 580 % mit zwei Kettenblättern vorne (wie ich es am Fully fahre) sind es nur noch ca 475 %.

Der grosse Vorteil der Rohloff ist zweifelsohne, dass sie fast wartungsfrei funktioniert. Die Nabe braucht jedes Jahr einen Ölwechsel und das ist es auch schon. Von Ausfällen der Nabe liest man kaum etwas und das, obwohl viele Rohloff Naben an quer durch die Weltgeschichte unterwegs sind, an Downhillbikes verbaut werden und auch selten geschont werden. Dazu kommt, dass man bei einer Nabenschaltung vorne nur eine Kettenblatt und hinten nur ein Ritzel benötigt. Dadurch läuft die Kette immer gerade und nutzt dadurch ich selber, das Kettenblatt und Ritzel viel weniger ab.


An diesem Punkt kommt ein Teil vom Chameleon Rahmen ins Spiel, welches einen weiteren Vorteil bringt. Durch das Exzenter-Innenlager kann man die Kette spannen, ohne einen Kettenspanner am Rahmen montieren zu müssen. Das sieht zum einen sauberer aus und verhindert jegliches Kettenschlagen oder abspringen der Kette.


Und mit dem Schaltwerk fällt auch ein Teil weg, welches sonst gerne mal an einem Stein anschlägt, sich oder das Ausfallende verbiegt oder sich einfach mal in das Hinterrad wickelt. Alles in allem Clean und praktisch.


Da der Chameleon Rahmen trotz dem Exzenter nicht für eine Rohloff konzipiert wurde, mussten wir an einigen Orten etwas improvisieren. Prinzipiell lässt sich die Rohloff allerdings an jedes Bike montieren, welches hinten einen Schnellspanner hat. Bei Rahmen die nicht "Rohloff Ready" sind. Muss man eine externe Schaltbox montieren und eine Drehmomentabstützung mit einem Speedbone oder eine Drehmomentabstützung , welche am Rahmen montiert wird. Ich habe mich für den Speedbone entschieden, da sich der recht gut montieren liess und die Alternative einfach grässlich aussieht. Auf dem folgenden Bild sieht man die Teile recht gut.


Geschaltet wird mit dem Rohloff Drehgriff. Und nur mit einem Drehgriff. Wer einen Trigger für die Rohloff sucht, wird noch lange suchen, denn sowas gibt es (noch) nicht. Und obwohl ich kein Fan von Gripshift bin, finde ich den Drehgriff für die Rohloff ideal. Aber darauf komme ich später noch. Der Grund dafür ist weil es zwei Schaltzüge benötigt, welche die Gänge wechseln. Was mich persönlich noch etwas stört, ist der klobbige Gummigriff, welcher bei längeren Downhills gerne mal etwas drückt und die Zugabgänge nach vorne. So braucht man recht lange Züge, was etwas unschön aussieht.


Ich fahre momentan eine Übersetzung von 40 zu 15, was etwas grösser als die übliche Übersetzung ist. Das nächste Kettenblatt wird allerdings ein 38er, dann habe ich wieder denselben kleinen Gang wie mit 22 zu 32.


Speziell ist dazu noch, dass man an die Rohloff nur Bremsscheiben mit 4 Schrauben befestigen kann. Die typischen Scheiben haben allerdings 6 Schrauben. Dazu kommt, dass es keine Scheiben mit vier Schrauben mit einem Druchmesser von 185 mm gibt, so musste ich auf eine Magura-Scheibe mit 190 mm ausweichen. Das sieht zwar nicht perfekt aus, funktioniert aber tadellos.


Den grössten Vorteil der Rohloff, wie Wartungsarmut, habe ich ja schon beschrieben, nun gibt es da noch weitere Vorteile.
  • Schaltvorgänge:
    Mit der Rohloff kann man zum einen Schalten ohne zu Treten und zudem sind die Schaltvorgänge extrem schnell und präzise. Wenn man das klicken hört, sitzt der Gang und man kann wieder voll reintreten. Und hier kommt auch der Vorteil des Drehgriffs in Spiel. So kann man im Handumdrehen (wortwörtlich) gut 7 Gänge aufs mal Schalten. Man muss also nur einem nach fassen um vom grössten in den kleinsten Gang zu schalten. Ein grosser Vorteil, wenn man schnell um eine Kurve kommt und einen steilen Anstieg vor sich hat. Ratsch und schon ist ein kleiner Gang eingelegt.
  • Verschleiss
    Habe ich zwar auch schon erwähnt, aber den Punkt möchte ich hier auch auflisten. Durch die immer perfekte Kettenlinie werden Kette, Kettenblatt und Ritzel sehr wenig abgenutzt. Und wenn die Teile dann wirklich verschlissen sind, kann man das Ritzel einfach wenden und damit nochmals gleichlang weiterfahren wie bisher.

Auch wenn die Vorteile der Naben in meiner Meinung überwiegen hat sie natürlich auch einige Nachteile.
  • Gewicht
    Mit ca 500 g mehr als eine übliche Schaltung ist die Nabe einiges schwerer als eine Kettenschaltung. Dazu kommt noch, dass das ganze Gewicht am Hinterrad ist und bei Fullies noch einen negativen Effekt auf die Hinterradfederung hat. Ich muss allerdings zugeben, dass ich da keinen grossen Effekt spüre.
  • Preis
    Ein Schnäppchen ist sie nicht und in der Anschaffung recht kostenintensiv. Dafür spart man sich einiges im Unterhalt und als Vielfahrer kann man so langfristig wohl wieder etwas Geld sparen. Und so ein Wunderwerk der Technik ist in meiner Meinung auch etwas Geld wert.
  • Geräusche
    Die Rohloff ist nicht ganz so leise wie eine Kettenschaltung. Besonders in den Gängen 1-7 ist ein deutliches Mahlen zu hören, während in den Gängen 8-14 der Freilauf fröhlich vor sich hin rattert. Mit der zeit gewöhnt man sich allerdings an das Geräusch und wenn man weiss, dass das nicht schädlich ist, sondern so sein muss, finde ich das OK. Dafür hat man das Kettenschlagen beim Bergabfahren nicht.
  • Übersetzungsbereich
    Wie oben schon Erwähnt hat die Rohloff einen Übersetzungsbereich von 526% während eine übliche Kettenschaltung eine von 580 % hat. Mich stört das recht wenig, da ich nicht darauf angewiesen bin, bei 50 Km/h noch treten zu können. Mancher mag das allerdings also Nachteil zu empfinden.
Alles in allem finde ich die Rohloff ein geniales Stück Technik, das ich auf keinen Fall tauschen würde. Der grosse Test bezüglich Schlamm, Dreck und Schnee steht zwar noch an, aber ich bin schon jetzt begeistert von der Nabe.

Eine Cola-Dose

So, nun gehts wieder etwas weiter mit schönen Teilen für mein Chameleon. Nun wird ein kleines Geheimnis gelüftet, wobei Beat das ja schon richtig erraten hatte. Konkret gehts es um die Laufräder des Bikes welche ja normalerweise nichts so spezielles sind. Nur im diesem Fall ist es etwas ungewöhnlich. (Nein, es gibt keine 29er..)
Das Spezielle ist die Hinterradnabe, welchen von Rohloff kommt und sich Speedhub 500/14 nennt. Unter Bikern und auch Treking-Fahrern schon recht bekannt, aber ich möchte hier doch noch kurz darauf eingehen. Einen ausführlichen Bericht wird es dann aber sicher noch geben, wenn ich einige Km damit gefahren bin.
Der Speedhub ist eine Nabenschaltung mit 14 Gängen und einer Übersetzungsbandbreite von 526% wärend eine übliche MTB-Übersetzung nur 519% und auch nur 14 nutzbare Gänge hat. Bei Rohloff wird das noch gut erklärt. Diese "Cola-Dose" hat also 14 Gänge und eine etwas grössere Übersetzungsbandbreite als eine übliche Kettenschaltung. Nebenbei gibt es da nach weitere Vorteile:
  • 14 Gänge mit einem Griff schaltbar
  • Sehr Wartungsarm (immer eine gerade Kette, Nur ein Kettenblatt und nur ein Ritzel)
  • Dank dem Exzenterinnenlager vom Chameleon ohne Kettenspanner fahrbar (Die Kette springt nicht ab/sauberere Optik)
  • Schalten auch im Stand ohne Treten möglich
Natürlich gibt es da auch Nachteile:
  • Teuer
  • Schwerer als eine normale Kettenschaltung
  • Mahlendes Geräusch in einigen Gängen
Wenn man mit der Rohloff also oft (auch bei schlechtem Wetter) fährt kann sich die Investition durch weniger Ketten/Ritzelverschleiss durchaus lohnen. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie sich die Rohloff so fährt.
Das Einspeichen habe ich Profis überlassen, die können das besser und schneller als ich und so muss ich auch keine Angst haben, dass die Speichen beim ersten Antritt reissen. Die Rohloff wurde mit DT Swiss Champion Speichen mit einer DT EX 5.1d Felge verbunden. Die Felge fahre ich schon an meinem Superstroke und bin damit sehr zufrieden.


Vorne sieht es ähnlich aus, nur dass dort halt keine Rohloff, sondern eine DT Swiss 440 Nabe verbaut wurde. Die Nabe passt so zur 20 mm Steckachse der Pike.