Dienstag: Marcos Singletrail Tour

Wie versprochen werde ich hier nach und nach die Tourenberichte von den Bikeferien in der Lenzerheide veröffentlichen. Dies ist nun der vierte von der "Marcos Singletrail-Tour" am Dienstag.

Nach der recht kurzen (aber doch anstengenden) Tour vom Montag, hatten wir am Dienstag grosses vor. Und zwar wollten wir Marcos Singletrailrunde fahren. Spoony hatte nach seinem Aufenthalt in der Lenzerheide schon davon geschwärmt, also mussten wir diese Route ja fast zwangsläufig auch fahren.
Leider hatte ich zu spät realisiert, dass die Touren bei Bike-GPS kostenpflichtig sind und da ich keine Kreditkarte zur verfügung hatte und wegen fast 5 Euro auch nicht den Weg zur Bank antreten wollte, konnte ich die Route nicht von dort beziehen. Glücklicherweise hatte Spoony die GPX Datei noch zur Hand und konntre mir sie Mailen. So konnten wir die Tour doch noch fahren. Hier nochmals besten dank an Spoony.

Mit etwas über 70 Km und 2000 Höhenmter ist die Tour die längste und wohl auch anstengendste, die wir in der Lenzerheide gefahren sind. Desshalb sind wir auch etwas früher aufstanden und schon um viertel vor neun abgefahren.
Da wir noch ein Mittagessen organisieren mussten, fuhren wir der Strasse entlang um beim Spar einen kurzen Einkaufsstopp zu machen. Von dort führte uns ein schmaler Weg leicht oberhalb der Hauptstrasse runter nach Lenz und von dort nach Brienz. Die Wege dorthin waren schon recht schmal und schön zu fahren. Relativ wenig Asphalt, hauptsächlich Kies oder Erde. Der Name der Tour ist also Programm.


Nach Brienz gings wieder auf schmalen Wegen weiter. Teils wieder steil runter, aber eigentlich alles fahrbar. Manchmal leistete ich mir einen kleinen verfahren, da das Navigieren mit dem Edge nicht so einfach ist. Das Kartenoverlay fehlt einfach. Zwischen Brienz und Alvaneu kamen wir dann doch noch auf die Asphaltstrasse.


Vor Schmitten konnten wir wieder auf einen Bikeweg abbiegen. Leider von Bauarbeiten wegen den Rohren recht durchlöchert, sonst aber gut fahrbar. So kamen wir nach Schmitten. Ein kleines hübsches Dörfchen, mit freundlichen Bewohnern. Nach Schmitten legten wir die erste grössere Pause ein. Farmer Riegel essen, trinken und das schöne Wetter geniessen.



Weiter gings es auf wie vorhin auf nördlichen Seite des Albulatales. Zuerst auf Kieswegen dann wieder auf einer Asphalstrasse. So kamen wir nach Wiesen, wo wir wieder ein kleines Navigationsproblem hatte. Die Route dir mir beim GPS anzeigte, ging irgendwo durch die Wiese. Die Strasse oben durch und unten waren falsch. Ja toll. Wir entschieden uns dann mal für die obere und kamen so dann auch wieder auf den richtigen Weg zurück.


Kurz nach Wiesen ging es über eine Brücke. Nicht spezielles nur sah der Bach darunter sehr schön aus. Farbige Steine und ein kleines Bächlein. Wir nutzten diese Gelegenheit um einiges Fotos von unseren Bikes zu machen. Sieht schon etwas besser aus als auf dem Garagenplatz.


Von nun an konnten wir einfach diesem Weg folgen. Ein breiter Kiesweg, welcher uns an der nördlichen Seite des Albulatales entlang führte. Sehr kurvenreicht, anfangs recht flach, gegen ende aber immer steiler. Ab und zu mussten wir sogar schieben, weil es zu steil war. Man hätte es sicher fahren können, aber wir wollten die Energie noch für den Schluss sparen. Für etwas abwechslung beim stossen sorgten die vielen Holzfiguren am Wegrand.


Irgendwann waren wir dann am höchsten Punkt vom Weg angelangt und es ging nach unten. Zugleich wurde der Weg auch schmaler und es wurde spannend. Der Weg war eigentlich immer gut fahrbar, allerdings sollte man schwindelfrei sein und das Bike auch gut im griff haben. Denn an einigen Stellen war der Weg sehr exponiert und schmal. Mit genug selbstvertrauen macht das fahren dieses Weges aber grausam Spass. Aufpassen muss man bei den kleinen Brücken über die Bäche, sonst aber durchgehend fahrbar. Zwischendurch konnten wir auch schon einen blick nach Monstein erhaschen.



Der Weg endete aber leider auch irgendwann. Und zwar etwas unterhalb von Glaris an der Haupstrasse. Noch etwas weiter rauf und wir wären in Davos gewesen. Das war allerdings nicht unser Ziel. Wir folgten einer Asphaltstrasse nach Monstein. Die Strasse war nicht sehr steil und so konnte man sie recht locker fahren. Oben verzichteten wir auf ein Bier der höchstgelegenen Brauerei Europas (was es in der Schweiz nicht alles gibt).


Nach Monstein folgte nochmals ein Anstieg. Zuerst auf eine breiten Kiesweg, später auf einem schmalen Saumweg. So kamen wir auch bald zum höchsten Punkt unserer Tour (um die 1700 MüM). Wir verpassten die verzweigung beim ersten mal allerdings, da es halt noch schwierig ist den richtigen Weg zu finden, wenn man einem Strich nachfahren muss. Also umkehren und dann den richtigen Weg fahren. Wenn man am höchsten Punkt einer Tour ist, hat das den Vorteil, dass es dann ja zwangläufig nach unten gehen muss. Und das tat es dann auch. Und zwar wieder ähnlich wir vorher. Ein schmaler, teils etwas ausgesetzter Weg, welcher aber fast durchgehend befahrbar war. Wieder spass pur. Einfach herrlich. Zwischendruch konnten wir noch einen Blick auf die andere Talseite nach Wiese erhaschen.


Das nächste Dorf war dann Jenisberg. Dort war die Strasse die wir eigentlich fahren wollten wegen Bauarbeiten gesperrt. Glücklicherweise winkten uns die Bauarbeiter durch und wir konnten so die breite, noch ungeteerte Strasse runterfahren. Etwas weiter unten hätten wir dann wieder abbiegen sollen, nur war dieser Weg dann wegen Forstarbeiten und Sprengungen gesperrt. Man kanns ja auch absichtlich machen. Also ging es weiter die Strasse runter. Das machte aber auch Spass, da die Erde furztrocken, staubig und rutschig war. Mit dem Bike macht so was halt auch Spass. So kamen wir dennoch zur Station Wiesen wo wir eigentlich auch hinsollten.
Nach der Station Wiesen ging es noch etwas in die Höhe, dann aber auf schmalen Wegen runter an die Albula. Die Wege runter waren technisch recht anspruchsvoll. Serpentinen und Tritte, aber das macht die Sache ja erst so richtig spannend. Nun ging es immer der Albula entlang. So zumindest in der Theorie und auf dem GPS. Leider war eine kleine Brücke gesperrt und wir mussten einen kleinen aber heftigen Umweg nehmen. Zuerst sehr steil rauf, an Fahren war nicht zu denken und dann dasselbe wieder runter. Der Umweg war knapp 200 Meter lang, aber wir waren gut 15 Mintuten daran. Bike tragen, stossen heben. Das volle Programm halt.
Glücklicherweise wurde es danach besser. Man konnte alles der Albula entlang fahren. Bald kamen wir zum sehr bekannten Landwasser-Viadukt der RHB. Natürlich gabs dort noch einige Fotos.




Von nun an konnten wir alles der Albula entlang fahren. Inzwischen war es auch schon etwas nach 17:00 Uhr und wir mussten Gas geben, da es immer Herbst in den Bergen ja nicht so lange hell bleibt. Glücklicherweiser führte ein breiter Weg der Albula entlang und wir konnten dort zügig (um die 25 Km/H) durchfahren. Das nächste Dorf war dann Tiefencastel. Wie der Name schon sagt, recht tief unten und mit 851 MüM auch der tiefste Punkt unserer Tour.
Von nun an ging es also Bergauf. Zuerst auf asphaltierten Strassen nach Alvaschein (1004 Müm) und dann auf Kieswegen und Saumwegen rauf in die Lenzerheide auf 1500 MüM. 650 Höhenmeter mit fast 60 Km in den Beinen sind kein Zuckerschlecken, wir wir bemerken mussten. Der kleinste Gang war dort rauf unser bester Freund. So kamen wir ca um 19 Uhr im Dunkeln hungrig und erschöpft bei Hotel an.


Wir erwartet war es eine Mordstour, aber es hat sich gelohnt. Ich bin vorher noch nie so schöne und lange Singletrails gefahren. Zudem ist die Tour auch fast durchgehend fahrbar. Wer schwindelfrei ist und sien Bike gut beherscht, kann auf dieser Tour wahnsinnig viel Spass haben.

Nun noch das Höhenprofil, die Karte und die üblichen Daten:
http://images.t-error.ch/blog/499/hoehenprofil.jpg

  • Distanz: 72.69Km
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 10.9Km/h
  • Zeit: 6:41:48
  • Höchstgeschwindigkeit: 39.8Km/h
  • Durchschnittlicher Puls: 130 bpm
  • Höhenmeter: 2041.5 M
  • Google-Earth Datei